Eine der einflussreichsten Bands der Popgeschichte mit all ihren Hits, wie “Dreadlock Holiday”, “I’m Not In Love” und vielen anderen
Individuell, erfindungsreich und sowohl kommerziell als auch bei Kritikern erfolgreich sind 10cc eine der einflussreichsten und langlebigsten Bands der Popgeschichte. Dies zeugt von der Qualität ihrer zeitlosen Songs. Wer kennt sie nicht, die Radiolieblinge wie „Dreadlock Holiday“ – u. a. 2010 im Soundtrack des Facebook-Films „The Social Network“ verwendet – und „I’m Not In Love“, der im Blockbuster „Guardians of the Galaxy“ von 2014 vorkommt.
10cc haben mehr als 30 Millionen Alben weltweit verkauft. Tourneen führen die Band weiterhin über den ganzen Globus, bis nach Island und Neuseeland. Jetzt kommt es zu einer Gelegenheit, die so mit Sicherheit nicht wieder eintreten wird: 10cc unbestuhlt in der heimeligen Clubatmosphäre des Colos-Saal. Wenn man sich vor Augen hält, dass die Band wenige Tage vor dem Termin in Aschaffenburg die „Royal Albert Hall“ in London ausverkauft hat, ist das schon mehr als ein kleines Bonbon für Pop- und Rockfans. Gründungs- und weiterhin führendes Mitglied der Formation ist Graham Gouldman, dessen Status als einer der wichtigsten Songwriter unumstritten ist – bestätigt erst kürzlich durch seine Aufnahme in „America’s Songwriter’s Hall of Fame“ in New York. Hits für Bands wie The Hollies und The Yardbirds stammen aus seiner Feder.
In den 70er Jahren, als die Charts von den vielleicht kreativsten und schillerndsten Popstars der Popgeschichte dominiert wurden, David Bowie, Queen, Elton John oder Rod Stewart, waren 10cc nicht so sehr auf das Celebrity-Image fokussiert, sondern konzentrierten ihre Energie auf die Produktion hoch anspruchsvoller Rocksongs. Alle Bandmitglieder hatten damals unterschiedliche Einflüsse, erzählt Gouldman. „Mich haben Leute wie Burt Bacharach und Hal David, Jimmy Webb, Eddie Cochran, Buddy Holly und die Everly Brothers beeindruckt. Eric Stewart war der Rock'n'Roll-, Blues- und R&B-Typ, während Kevin Godley und Lol Creme eher auf die künstlerischen und Avantgarde-Acts standen, Jacques Brel eingeschlossen. Und das machte 10cc aus: was passierte, wenn wir alle diese Einflüsse zusammenbrachten.“ Mit „Donna“ hatten 10cc 1972 überraschend ihren Durchbruch und belegten Platz 2 der UK-Charts.
Alle vier Bandmitglieder sangen, spielten Instrumente und produzierten, so dass keiner eine exponierte Rolle innerhalb der Band innehatte. „Die Kombination von uns vieren im kreativen Prozess machte den Unterschied“, sagt Gouldman. 10cc brauchte auch keinen externen Producer. So erfuhr ihr Album „The Original Soundtrack“ von 1975 breite Zustimmung bei Publikum und Medien.
Nach dem Album „How Dare You“ trennten sich Godley und Creme von dem Quartett. Alle Bandmitglieder verfolgten sehr erfolgreiche Solo-Karrieren. Gouldman und Stewart bescherten 10cc weiterhin große Erfolge und produzierten bis in die 1990er Jahre weitere 10cc-Alben. 2006 brachte Universal Records ein „Best-of“-Album heraus und 2012 zum 40-jährigen Jubiläum eine 5 CD-Box mit 80 von den ursprünglichen Bandmitgliedern kuratierten Titeln.
Obwohl Graham Gouldman seit den 1980ern auch andere Projekte verfolgt, sagt er, dass die aktuelle Formation der Band 10cc (zwei weitere Mitglieder sind seit den 70ern dabei) Jahr um Jahr gefragter würde. Das sei wunderbar, denn die Band liebe das Touren und freue sich, heute ein generationenübergreifendes Publikum anzusprechen, nicht nur die Fans von damals.
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