Progressive-Metal wie er sein soll: atmosphärisch, heavy, komplex
Die All Star-Band rund um den Schlagzeug-Helden Martin Lopez (ex- Amon Amarth, ex-Opeth) kommt mit einem neuen Album auf Tour. Mit “Reliance” legen Soen ihr siebtes Studioalbum vor, erneut ein Trip durch atemberaubende Klanglandschaften.
Anfang des Jahres erschienen, erreicht die üppige, kontinuierliche Entwicklung des Soen-Sounds neue Höhen. Nehmen wir zum Beispiel den Opener „Primal", ein kraftvolles Stück zwischen eindrucksvoller Härte und absoluter Verzweiflung, welches den existenziellen Kampf zwischen dem menschlichen Geist und unserer heutigen Welt beschreibt, wobei Ekelöfs unglaubliche Stimme über allem schwebt. „Axis" ist ein entschlossener und trotziger Blick auf die Lage der Menschheit, angetrieben von Lopez' unerbittlichen, aber immer groovenden Drums. Und dann gibt es noch die ruhige Eleganz von „Indifferent", einer wunderschön orchestrierten, modernen Klage über den Verlust der Liebe, die entschlossen auf Streicher, Klavier und Ekelöfs wunderbare Stimme setzt.
Mit einem unwahrscheinlich starken Händchen für eingängige Songs, legen Soen ihre einzigartige Mischung aus Metal und Rock offen und klingen dabei wie keine andere Band. In Sachen Songwriting legen Soen Album für Album eine Schippe oben drauf, was bei fantastischen Vorgängern wie “Lotus”, “Imperial” oder “Memorial” kaum zu glauben ist. Die beiden letzt genannten heimsten, wie auch “Reliance”, den Soundcheck-Sieg beim renommieren Metal Hammer ein. Das Quintett liefert einfach alles, was der anspruchsvolle Metal-Fan hören möchte: Fesselnde Riffs, hymnische Songs und Arrangements, die weder zu kompliziert, noch zu simpel sind. Unterlegt wird das Ganze mit einer gewissen Melancholie, die selbst hartgesottenen Headbangern unter die Haut gehen dürfte. Songs wie “Unbreakable” oder “Memorial” wurden schnell zu Publikumslieblingen im Rahmen ihrer Liveshows und auch die neuen Songs werden sich bestens in die Setlist der “Reliance” Tour einfügen.
2004 ins Leben gerufen wecken Soen von Anfang an das Interesse vieler Tool- und später auch Opeth-Fans. Mit ihrem progressiven Sound und eingängigen Songstrukturen trifft die Band voll ins Schwarze und hinterlässt besonders live von Beginn an tief beeindruckte Fans. Großen Anteil daran hat Sänger Joel Ekelöf, der mit seinem hochmelodischen Gesang ein ums andere mal zu fesseln vermag.
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