Splatter-Pop-Band aus Aschaffenburg feiert ihren 30. Geburtstag und den Abschied von der Bühne
Seit dreißig Jahren regieren die Blutjungs ihre eigene Musikwelt, ihre eigene Untergrundschublade mit abgebrochenem Griff. Wer sich darauf einlässt, den nehmen die vier grundsympathischen Tierversteher mit auf einen wilden Ritt durch Synthie-Punk und Dark-Country, Swampschlager und Death-Doo Wop, Aggro-Capella und Power-Pop. Darüber legen sie Texte abseits gängiger Routinen, winden Kränze absurder Absonderlichkeiten, deklamieren nach eigenem Bekunden detailreich dunkelbunte Dithyramben (Def.: Hymnen zu Ehren des Gottes Dyonisos, der Ode ähnliches enthusiastisches Gedicht), loten Tiefen menschlicher Seelen aus und werfen kohlrabenschwarzhumorige Kafkaesken wie selbstverständlich unters Volk. Für dieses Paket haben diese hübschen Teufel den Begriff Splatterpop geschaffen. Selten hat ein Name besser gepasst.
Die Blutjungs legen großen Wert auf Unabhängigkeit. Die Band hat mit den „Phonowerken Luna“ bereits vor Jahren ihr eigenes Label gegründet. Vor einiger Zeit kam sogar ein eigener Musikverlag dazu. Unabhängig voneinander werkeln sie in unzähligen Kapellen. Jan beschallt mit seinen Festzeltrockern von TS die Schützenfeste der Republik. Angelo ist mit den Coverrockern von Butcher And Fast Eddie unterwegs. Tito ist in eine Vielzahl von Projekten involviert und Martin verplempert seine Zeit mit den Jungs von Carlos Mogutseu. Im Herbst 2024 veröffentlichten die Blutjungs ihr aktuelles Album „Süßes Oder Saures“ mit abermals herrlich satirischen Splatterpop-Texten.
In diesem Jahr wird Geburtstag gefeiert und zwar richtig! Leider wird es das letzte Fest sein, das die Blutjungs feiern werden, denn obwohl sie es zwar vor hatten aber nicht schafften, sich komplett zu zerstreiten und gegenseitig vor Gericht zu zerren, löst sich die Band zum Ende des Jahres auf. Letzte Gelegenheit also, die Blutjungs live zu sehen!
Im Vorprogramm heizt die Münchner Politpunk/New Wave Band Intimspray den Ofen ordentlich vor.
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