Kanadische Singer/Songwriterin mit einem Mix aus Soul, Psychedelic, 70s Funk und einer Band, die mit allen Wassern gewaschen ist
Frazey Ford ist bekannt als Mitglied der Folk-Band The Be Good Tanyas, die sie 1999 mitgründete. Seit 2010 ist sie allerdings auch solo unterwegs. Seither versucht die Ausnahmesängerin eine Brücke zwischen dem folkigem Sound der 1970er Jahre, mit dem sie aufgewachsen ist und der immer Hauptthema von The Be Good Tanyas war, und ihrer anderen musikalischen Welt, „which is soul and gospel“, zu schlagen. Insgesamt drei Studioalben sind dabei entstanden, von denen ihr eindrucksvollstes Werk aus 2014 „Indian Ocean“ jüngst als Deluxe-Edition wieder veröffentlicht wurde.
„In vielerlei Hinsicht hat ‚Indian Ocean‘ eine Ära meines Lebens geprägt“, sagt Frazey. „Erst mit der Veröffentlichung dieses Albums hatte ich das Gefühl, als Solokünstlerin wirklich meinen Weg gefunden zu haben. Mit etwas Abstand blicke ich zurück und alles kommt mir vor wie ein Traum, dass es überhaupt passiert ist. Es scheint weit über die Zeit hinaus, in der wir es gemacht haben, seinen Weg zu gehen, und es ist einfach einer der synchronistischsten und magischsten Momente meiner Karriere.“
Die Geschichte dieses Albums beginnt mit dem Filmemacher und Autor Robert Gordon, der an einer Dokumentation über Memphis Soul arbeitete. Nachdem Gordon Frazeys Song „If You Gonna Go“ im Radio gehört hatte, lud er sie ein, in den „Royal Studios“ in Memphis Songs aufzunehmen. Dies war der Beginn einer Zusammenarbeit, aus der schließlich „Indian Ocean“ hervorging.
Das Album markiert eine mutige Weiterentwicklung in Frazeys Sound, indem sie ihre Folk-Wurzeln mit dem unverkennbaren Groove des Memphis Soul verband, was sich zwar bereits bei ihrem Debüt (2010) andeutete, aber erst durch die Zusammenarbeit mit Al Greens Band „The Hi Rhythm Section“ voll zum Tragen kam. Diese legendäre Studioband trug maßgeblich dazu bei, den typischen Memphis-Sound auf dem Höhepunkt der Stax-Ära, Ende der 1960er zu definieren. Wie es der Zufall will, ist die The Hi Rhythm Section auch gleichzeitig eine von Frazeys absoluten Lieblingsbands.
Als sich die Gelegenheit ergab, mit ihnen zusammenzuarbeiten, flog Frazey sofort nach Memphis, obwohl sie noch nicht wirklich viele Songs geschrieben hatte. Das geniale Brüder-Trio, bestehend aus Charles Hodges (Orgel), Leroy Hodges (Bass) und Teenie Hodges (Gitarre), stellte sich zur Verfügung, um Frazeys Songs zu einem unverwechselbaren Groove zu verhelfen und ihre opulente Stimme mit tiefen Bässen, subtilen Backbeats und zauberhaften Orgelmelodien zu unterlegen. Das Ergebnis ist ein moderner Klassiker. Ein selten perfektes Album, auf dem jeder Song überzeugt.
Live strahlt Frazey Ford jene Authentizität aus, die man nicht mehr sehr oft zu sehen bekommt – sie entsteht im Moment auf der Bühne, im Zusammenspiel mit ihrer Band. Ein Konzert mit Frazey Ford ist ein außergewöhnliches Erlebnis zwischen andächtiger Ruhe und intensiver Bewegung – Musik, die unter die Haut geht, aber auch beflügelt.
Im Vorprogramm ist das akustische Duo Sawtooth Stars zu sehen.
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