Neustart Colos-Saal! Es geht wieder los!

Update vom 5.10.21: Das Bayerische Kabinett hat gestern Abend massiv nachgebessert und nun ist klar: Die Cluböffnungen betreffen ebenso die Live-Spielstätten, somit auch den Colos-Saal. Ab sofort dürfen wir wieder Konzerte bei voller Kapazitätsausnutzung, ohne Abstände und ohne Maskenpflicht des Publikums machen. Auch das Tanzen ist bei Konzerten kein Problem mehr. Allerdings ist 3G Plus Zugangsvoraussetzung. Für das dritte G (Getestete) muss es aber ein Nachweis über einen negativen PCR-Test sein, der nicht älter als 48 Stunden sein darf.

Von der Testpflicht ausgenommen sind vollständig geimpfte Personen (die zweite Impfung muss mindestens 14 Tage zurückliegen) und genesene Personen, solange sie keine Corona-assoziierten Symptome aufweisen (Atemprobleme, Fieber, Geruchs- und Geschmacksverlust etc.). Bitte bringt einen Nachweis (Impfpass, ärztliche Bescheinigung) sowie ein Ausweisdokument zum Abgleich mit. Der digitale Impfnachweis ist uns am liebsten, denn er beschleunigt den Einlass, da wir ihn scannen können.
Alle Details findet ihr hier.

Das bedeutet für unser Programm: Wir beenden ab sofort unser bisheriges Konzept der vollbestuhlten Coronashows und machen alle Konzerte zu normalen Bedingungen, so wie sie auch vor dem März 2020 bestanden. Heißt: Wir veranstalten unsere Konzerte nun wieder unbestuhlt oder teilbestuhlt, je nachdem, wie der Andrang ausfällt und der Charakter des Konzertes es verlangt. Einzelreservierungen sind wieder möglich.

Uns ist völlig klar, dass die Lage volatil ist. Erneute Einschränkungen sind nicht völlig auszuschließen. Daher belassen wir es dabei, dass einige Veranstaltungen keinen klassischen Ticketvorverkauf haben, sondern nur über unser Reservierungssystem vorbestellt werden können oder noch an der Abendkasse gekauft erhältlich sind (jetzt, da wir wieder mehr Leute einlassen können). Alle Reservierenden haben dadurch auch den Vorteil, bei eventueller Planänderung von uns per email rechtzeitig benachrichtigt zu werden, falls wieder etwas anbrennt.

Nachdem nun alle Unklarheiten der letzten Woche beseitigt sind, freut sich das Colos-Saal-Team sehr auf Euch und auf den Neustart Kultur im Aschaffenburger Roßmarkt.

Wir haben uns aus dokumentarischen Gründen entschlossen, alle unsere Statusmeldungen seit März 2020 hier unten zum Nachlesen stehen zu lassen.

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Update vom 1.10.21: Die Lage ist verwirrend. Seit 1. Oktober dürfen die Clubs in Bayern wieder öffnen, ohne Abstände, ohne Maske und auch das Tanzen ist wieder erlaubt. Bedingung: 3G-Nachweis aller Besucher, wobei nur noch der PCR-Test akzeptiert werden darf. Ob das auch für Spielstätten wie unsere gilt, ist absurderweise aktuell völlig unklar, denn noch gibt es dazu keine eindeutigen Aussagen in den entsprechenden Verordnungen. Bis das geklärt ist, wird der Colos-Saal die Reihe seiner Corona-Shows weiter fortsetzen.

Allerdings werden wir bereits im Oktober auch erste Konzerte bei Nutzung voller Kapazität durchführen, weil wir die seit 1. September mögliche Wahlfreiheit anwenden und die beiden Shows mit Eivør und Kuult auf jeden Fall unbestuhlt oder nur teilbestuhlt durchführen, ohne Abstände aber eventuell mit Maskenpflicht bei den Besuchern. Die Maskenpflicht entfällt, wenn bis dahin klar ist, ob für Spielstätten die gleichen Regeln wie bei Clubs und Diskotheken gelten. In dem Fall werden wir auch einige unserer Coronashows noch zu Normalkonzerten machen und das rechtzeitig bekanntgeben. Im Novemberprogramm wird es weitere Normalkonzerte geben, es kommen sogar schon die ersten internationalen Bands.

Auch wenn noch Verwirrung herrscht ist klar, die Zeichen stehen in Richtung weiterer Öffnungsschritte.

Euch Besucher möchten wir aber nicht noch mehr verunsichern, daher noch folgende Erklärung: Alle Konzerte mit dem Hinweis „Coronashow“ sind bestuhlte Veranstaltungen bei kleiner Kapazität und Abständen, aber ohne Maskenpflicht der Besucher während des Konzerts. Karten dafür kann man ausschließlich reservieren und für sie gilt das Reglement, das Ihr hier nachlesen könnt.

Bei allen Konzertangeboten ohne diesen Hinweis handelt es sich um Normalshows bei voller Kapazität inklusive normalem Kartenvorverkauf oder alternativer Reservierungsmöglichkeit ohne Sitzplatzanspruch (zu den jeweils geltenden Bedingungen) – ganz so, wie Ihr es noch bis März 2020 gewohnt ward.

Um es noch verwirrender zu machen: Wenn wir alles richtig verstehen, könnten wir ab sofort unsere Parties wieder machen, also The Big Easy, 90er Party usw.
Den Beginn einer neuen Partyserie verschieben wir allerdings noch ein wenig, bis es eindeutige Reglements für Spielstätten gibt, sprich das neue Rahmenkonzept für Kulturveranstaltungen der Staatsregierung endlich vorliegt, das bayernweit Anwendung finden muss.

Wir haben uns aus dokumentarischen Gründen entschlossen, alle unsere Statusmeldungen seit März 2020 hier unten zum Nachlesen stehen zu lassen.

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Update vom 2.9.21: Es geht voran! Seit heute müsst Ihr während unserer Konzerte keine Maske mehr tragen. Eine medizinische Maske ist nur auf allen Wegen nötig. Es gilt die 3G Regelung.

Seit heute gelten neue Verordnungen in Bayern, die für den Colos-Saal und ähnliche Spielstätten eine Wahlfreiheit beinhalten. Wir könnten entweder unsere volle Kapazität nutzen, wenn wir Maskenpflicht der Besucher während der kompletten Show einhalten, oder wir könnten Konzerte mit coronagerechten Abstandsregeln durchführen, dafür aber ohne Maskenpflicht während des Konzerts. Für unser Septemberprogramm 2021 und für die erste Hälfte des Oktobers haben wir uns für die vorsichtigere Variante entschieden, also vorerst weiterhin mit beschränkter Publikumskapazität zu arbeiten, um noch ein wenig Zeit zu gewinnen, die weitere Entwicklung des Pandemiegeschehens zu beobachten. Außerdem wollen wir Euch Besuchern die Maskenpflicht während des Konzerts ersparen (die noch bis zum 1.9.21 in Bayern galt).

Bedeutet: Wir machen weiterhin bestuhlte Konzerte mit festen Plätzen für maximal 100 Besucher im Saal und werden auch nichts dagegen haben, dass Ihr aufsteht und die Hüften schwingt, sofern Euch danach ist und ihr das an Eurem Platz macht. Echtes Tanzen vor der Bühne ist nach wie vor nicht zugelassen. Die Maske ist nur am Einlass, beim Auslass und auf allen Wegen (zur Bar, zur Toilette etc.) vorgeschrieben. Kommen darf gemäß der 3G-Regelung wer geimpft, genesen oder von offizieller Stelle getestet ist und das auch entsprechend nachweisen kann.

Ganz neu bei uns: Wir haben den Colos-Saal mit vier großen UVC-Luftdesinfektionsgeräten ausgestattet, die die Aufgabe haben, die Raumluft zu reinigen und virenfrei zu machen.

Bitte beachtet:
Die Erleichterung gemäß den neuen Verordnungen ist allerdings in der Zukunft abhängig von der sogenannten neuen, bayerischen Krankenhaus-Ampel, die derzeit auf grün steht. Erhöhen sich die Fallzahlen kommt es zu Stufe gelb oder auch rot und die Bestimmungen für Veranstaltungen werden möglicherweise wieder verschärft. Auf Gelb wird sie künftig springen, wenn innerhalb von sieben Tagen mehr als 1.200 Patienten mit einer Corona-Erkrankung neu in bayerische Kliniken aufgenommen werden müssen. Dieser Wert liegt laut dem Ministerium aktuell (Stand 1.9.) bei 232. Auf Rot würde die Ampel schalten, wenn mehr als 600 Corona-Patienten auf Intensivstationen in Bayern liegen würden (derzeit 169).

Was wir weiter unten in unserem Update vom 1.8.21 über unsere Hybrid- und Coronashows und ihre Ticketvergabe sowie über die unklare Lage in Bezug auf den Konzertherbst/-winter 2021 geschrieben haben, bleibt weiterhin gültig. Ab sofort nehmen wir auch wieder Einzelreservierungen an. Bitte beachten! Das Reglement für unsere Hybrid- und Coronashows müsst Ihr Euch dringend durchlesen, bevor Ihr Karten ordert.

Wir haben uns aus dokumentarischen Gründen entschlossen, alle unsere Statusmeldungen seit März 2020 hier unten zum Nachlesen stehen zu lassen.

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Nach wie vor keine Planungssicherheit

Update vom 1.8.21 - zuerst die gute Nachricht: Der Colos-Saal ist trotz 16 Monaten massiver Einschränkungen und Schließungen weiterhin im Rennen und kann ab sofort bis zu 100 Besucher pro Konzert einlassen.

Die schlechte Nachricht: Besucher, Künstler und Veranstalter müssen auch weiterhin damit rechnen, dass ein Teil der Veranstaltungen, die heute noch für 2021 beworben werden, doch noch ein weiteres Mal verschoben werden. Wir empfehlen Euch daher dringend, hier unten den Text weiter zu lesen, um zu erfahren, welche Konzerte sicher stattfinden werden und welche möglicherweise unsicher sind.

Zunächst zu den Hybridshows:

Alle Konzerte, die hier in unseren Programmmonaten als „Hybridshow“ gekennzeichnet sind, werden sicher stattfinden. Garantiert als Live-Stream für diejenigen, die das Online-Ticket erwerben, als auch mit Publikum im Colos-Saal vor Ort, welches über unser Reservierungssystem Karten und somit Sitzplätze für den Club geordert oder bereits reserviert hat (maximal 100 Besucher, solange das zugelassen bleibt). Bei allen Hybridshows ist auch gesichert, dass die jeweiligen Künstler tatsächlich anreisen können, da sie überwiegend aus Deutschland kommen.

Was sind Coronashows?

Das sind ebenfalls Konzerte, die wir selbst in dieser ungewissen Lage für durchführbar halten, die allerdings nicht gleichzeitig gestreamt werden. Aber auch für sie gilt das gleiche Reglement wie für die Hybridshows, das Ihr unbedingt hier nachlesen solltet, bevor Ihr Karten ordert.

Was ist mit all den anderen Konzerten?

Viele der anderen Veranstaltungen ohne die Zusätze Hybrid- oder Coronashow, die Ihr hier auf diesen Seiten findet, sind eigentlich nur durchführbar, wenn bis dahin wenigstens einigermaßen wieder Normalität ohne pandemische Einschränkungen herrschen wird. Die Politik liefert aber auch nach über 16 Monaten Stillstand für die Kultur und die Veranstaltungsbranche und somit auch für den Colos-Saal keinen Masterplan, wie und wann es dazu kommen wird.

Alle größeren Tourneeproduktionen, insbesondere die internationalen, können angesichts des politischen und pandemischen Geschehens gar nichts mehr richtig planen und es herrscht nur noch das Prinzip Hoffnung. Herbst und Winter 2021 sind nicht nur bei uns voll mit Nachholterminen bereits mehrfach verschobener Konzerte und mittlerweile wird deutlich, dass auch diese Termine wackeln.

Aber da es keine klaren Ansagen der Politik gibt, hoffen sowohl Veranstalter als auch Künstler bis zuletzt, ihre Termine doch noch unter akzeptablen Bedingungen spielen zu können und schieben eine endgültige Entscheidung vor sich her, obwohl es im Hintergrund bereits Terminabsprachen für 2022 gibt, sozusagen als Notfall-Nachholtermine.

Das ist natürlich für alle Beteiligten eine Zitterpartie, insbesondere für diejenigen, die bereits Karten gekauft haben.

Aber es lässt sich nicht anders machen. Gründe gibt es viele: Größere Tourneeproduktionen können bei massiv verkleinerten Kapazitäten ihre Kosten nicht einspielen. International tourende Bands müssen sich mit Reisebeschränkungen und Quarantäneregeln herumschlagen und selbst in unseren Bundesländern gibt es völlig unterschiedliche Szenarien, die sich noch dazu auch jederzeit ändern können. Solange dieses Chaos herrscht, ist eine vernünftige Planung unmöglich.

Um Euch Euch ein wenig mehr Orientierung zu geben, kennzeichnen wir ab sofort die auch unter pandemischen Bedingungen durchführbaren Konzerte mit den Zusätzen Hybrid- oder Coronashows. Alle nicht so betitelten Konzerte versuchen wir nach wie vor zu retten, können aber nicht garantieren, dass es uns auch gelingt. Falls Euer Wunschkonzert von unseren Seiten verschwindet, dann schaut bitte erst hier nach, denn wir haben hier eine lange Liste, die wir topaktuell halten und die für jede einzelne Veranstaltung genau sagt, was beispielsweise mit bereits gekauften Karten passiert und ob und wann es einen Nachholtermin geben soll.

Zusammenfassung:

Unsere Hybridshows als auch die Coronashows sind einigermaßen sichere Termine, die auch unter den derzeit herrschenden, starken Einschränkungen stattfinden können. Tickets für den Colos-Saal gibt es für diese Konzerte nur über unser Reservierungssystem. Kaufen könnt Ihr allerdings die Streaming-Tickets der Hybridkonzerte.

Alle anderen Veranstaltungen sind weiterhin im klassischen Vorverkauf und können bei uns aber auch reserviert werden. Ob sie an den genannten Terminen auch stattfinden können, steht in den Sternen. Alle Programmänderungen seit März 2020 fassen wir hier zusammen.

Unsere Prognose:

Der Schritt zurück zur Normalität bei Konzerten wird leider noch dauern. Die Hoffnungen auf den Herbst 2021 schwinden täglich. Der Bundestag ist bereits in den Parlamentsferien und wir glauben, dass vor der Bundestagswahl Ende September keine wesentlichen Veränderungen zur jetzigen Situation stattfinden werden. Heißt: Die Unsicherheit bleibt!

 

Wir haben uns aus dokumentarischen Gründen entschlossen, alle unsere Statusmeldungen seit März 2020 hier unten zum Nachlesen stehen zu lassen.

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Update vom 29.5.: Ab sofort wieder Konzerte vor Publikum - ohne Test!

Ende unseres Lockdowns: In Bayern ist seit 20. Mai wieder Publikum bei Veranstaltungen zugelassen. Ihr dürft wieder kommen. Nun geht auch endlich unser Konzept für Hybrid-Shows vollständig auf, denn sie werden vor Publikum im Saal stattfinden und zusätzlich online gestreamt.
Wir hatten uns im März 21 entschieden, vorerst konsequent sogenannte Hybrid-Shows zu veranstalten, Konzerte also vor Publikum, die aber alle auch gleichzeitig in größtmöglicher Klang- und Bildqualität gestreamt werden und von Musikfreunden, die sich vorher das Online-Ticket gekauft haben, zuhause oder wo auch immer zu erleben sind. Das zahlt sich nun aus, denn wir können nahtlos weiter machen – ab sofort wieder mit Publikum im Saal.

Dass es anfangs nur maximal um die 75 Leute sein werden, die wir gemäß der weiterhin geltenden Beschränkungen im Saal empfangen können, soll hier auch nicht verschwiegen werden. Alle weiteren Bedingungen der Teilnahme vor Ort müsst Ihr bitte unbedingt zur Kenntnis nehmen, bevor Ihr Karten kauft oder reserviert. Hier haben wir sie genau beschrieben: https://colos-saal.de/latest-news/news-details/die-regeln-fuer-hybrid-und-coronashows.html

Zu unserem Konzept der Hybridshows:
Nichts ist großartiger, als das Erlebnis und die unwiderstehliche Atmosphäre eines tollen Konzerts im Rausch der Sinne mitten in der Publikumsmenge. Begnadete Künstler, gute Performance, emotionale Momente, Leidenschaft, Dynamik, die Nähe zur Bühne, die Vibes, die temporäre Seelenverwandschaft im Publikum. Schon klar, gerade uns Musikfreaks im Colos-Team.

Aber mit viel Lust auf Innovation und ermutigt von unseren hochwertigen Streams im letzten Jahr, aber insbesondere etliche erfolgreiche Online-Ticket-Erstversuche seit Februar dieses Jahres mit mehreren tausend Online-Besuchern, gehen wir nun neue Wege und versuchen Euch zu überzeugen, dass Konzertstreaming nicht nur aus der Not heraus geboren sein muss, sondern vielleicht auch nach der Pandemie eine gar nicht so schlechte Idee und denkbare Alternative bleiben könnte, die künftig Abwechslung beim uneingeschränkten Konzertgenuss verspricht.

Wir kennen durch jahrzehntelange Beobachtung die faszinierende Unterschiedlichkeit und Vielfalt unserer Besucher, die je nach Konzert mittlerweile aus völlig unterschiedlichen Szenen, Altersgruppen, Ethnien, Berufen usw. kommen und wir wissen, dass es viele unterschiedliche Wünsche und Erwartungshorizonte der Musikfans beim Konzertbesuch gibt.

Nach langem Brainstorming und gewissenhafter Vorbereitung des Teams, nicht zuletzt nach intensiver Einarbeitung unserer Techniker in die für sie bislang völlig neuen Techniken der Videobearbeitung, Kameraführung und Bildregie, empfehlen wir unsere Online-Tickets allen Real Music Lovers, die beispielsweise ...

   - ihre eigene, private Konzertatmosphäre herstellen möchten

   - viel besseren Blick auf das Bühnengeschehen wünschen

   - barrierefreien Konzertzugang brauchen

   - auf technische Spielereien stehen

   - gerne eine andere Laustärke bei Konzerten hätten

   - nicht lange anstehen wollen oder können

   - vom Geplapper der anderen Besucher genervt sind

   - keinen Baysitter haben, aber so gerne mal wieder Konzertfeeling spüren würden

   - gerade keine Lust auf Party aber auf gute Musik haben

   - einfach keine stundenlange An- und Abreise wollen

   - den Schweißgeruch der Nachbarfans nicht mögen

   - in einem Alter sind, in dem ein gutes Konzert am Abend zwar eine tolle Idee,

     die Magnetkraft des eigenen Sofas aber unüberwindbar zu sein scheint

   - im Moment und temporär keine Leute um sich herum ertragen

   - die mal wieder gerne das alte Rockpalast-Feeling in neu hätten

   - im Alltag wenig Zeit haben

   - wegen des schnellen Ausverkaufs schon wieder keine Karte haben (das wird
     spätestens dann, wenn wir wieder öffnen können und noch lange mit
     Kapazitätseinschränkungen
fertig werden müssen, sicher sehr häufig der Fall sein)

Unter diesem Link erfahrt Ihr, was wir genau vorhaben, wie ihr an die verschiedenen Tickets kommt und was Euch im Colos-Saal erwarten wird, jetzt da wir tatsächlich unsere Türen wieder öffnen können.

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Hier folgen unsere alten Statusmeldungen, die wir seit Beginn des Kulturlockdowns aus dokumentarischen Gründen hier stehen lassen. Wer sich für die Entwicklung interessiert, sollte sie von unten (24.4.2020) nach oben lesen.

Update vom 12.2.: Update vom 12.2.: Es wird auch kein Märzprogramm geben!
Bis auf den Livestream "Im Autokino" am 7.3. sagen wir nun auch alle anderen, im März geplanten Veranstaltungen ab. Wir glauben nicht daran, dass es für uns nach dem 7. März gleich wieder weiter gehen kann.

Update vom 20.1.: Es sieht schlecht aus!
Wir müssen Euch sicher nicht viel erklären, wenn wir hiermit offiziell unser komplettes Februar-Programm absagen (bis auf den Livestream mit Gegenlicht am 28.2.) Die Politik verlängert und verschärft erneut den Lockdown. Der Colos-Saal bleibt somit weiterhin geschlossen.

Bis Ende Februar? Nein, wir Spielstätten werden sicher nicht schon ab März wieder im Normalbetrieb starten können. Blauäugigkeit verbietet sich angesichts der pandemischen Lage, der politischen Diskussion und der Erfahrungen, die seit März 2020 alle miteinander gemacht haben - sowohl wir Kulturanbieter als auch unsere Künstler und Ihr, die Besucher.

Trotzdem bieten wir weiterhin auf hier www.colos-saal.de stur unser coronagerechtes Ersatz-Programm April an und planen weiterhin den „Neustart Kultur“. Just in case. Unser Signal lautet: Wir sind handlungsfähig und könnten jederzeit wieder die Arbeit aufnehmen und Programm anbieten. Das sind wir schon unseren Künstlern schuldig, die alle dringend wieder spielen wollen und aus existenziellen Gründen unbedingt so schnell wie möglich müssen. Aber die ersten Lockerungen, die irgendwann kommen werden, werden zunächst für den Einzelhandel und die Gastronomie gelten – die Kultur wird noch lange warten müssen.

Was Ihr derzeit auf unserer Website www.colos-saal.de ab dem Monat Mai als Konzertprogramm sehen könnt, wackelt fast alles. Es ist Resultat alter Planung bzw. der vielen Terminverschiebungen des vergangenen Jahres und kann mit großer Wahrscheinlichkeit so nicht durchgeführt werden. Wir werden es überarbeiten müssen und zwar dann, wenn wir auch die Rahmenbedingungen kennen. Es gibt nun mal keinerlei Planungssicherheit mehr für die Veranstaltungsbranche, die über die jeweils nächsten vier Wochen hinaus geht. Es kostet Nerven, Geld, schlaflose Nächte und macht hinter den Kulissen auch noch viel Arbeit für alle Beteiligten.

Aber gejammert wird nicht. In diesen schweren Zeiten, die wir ja alle gemeinsam erleben, braucht es auch positive Nachrichten. Wir haben schon mehrfach erklärt, dass für unsere Firma die staatlichen Hilfsleistungen tatsächlich funktionieren und uns selbst nach zehn Monaten ohne relevante Umsätze nach wie vor keine Überschuldung oder gar Insolvenz droht. Das bedeutet: Wir bleiben auch in den kommenden Wochen handlungsfähig und können die erheblichen, laufenden Kosten tragen, trotz Lockdownverlängerung.

Mit anderen Worten: Wir geben nicht auf!
Das Team ist nach wie vor komplett.
Long live Rock`n`Roll!

Hier folgen unsere alten Meldungen ...

Update vom 3.12.: Wir unterbrechen weiterhin unser Programm
Die Bundesregierung hat gestern das künstliche Koma der Spielstätten erneut verlängert. Bis einschließlich 10. Januar wird es keine Veranstaltungen bei uns geben.
Was wir in den letzten Wochen zu unseren Corona-Concerts veröffentlicht hatten, ist somit für die nächsten Wochen hinfällig. Wir lassen es aber hier stehen, in der Hoffnung, dass es irgendwann wieder weiter gehen wird.

Reserviert ruhig Karten ab Februar 2021. Jede/r, der hier reserviert, wird natürlich von uns angeschrieben und rechtzeitig informiert, falls wieder etwas anbrennt, sprich Teile unseres Programms nicht stattfinden können.

Hier folgen unsere alten Meldungen ...

Aschaffenburg, 24.10.2020

Das kulturelle Leben ist zurück im Aschaffenburger Roßmarkt. Seit September gibt es wieder öffentliche Veranstaltungen im Colos-Saal. Wir nennen sie unsere Corona-Concerts: Konzerte vor etwa 80 Zuschauern, vollbestuhlt, mit Mindestabstand und Hygienemaßnahmen.

Kein Big Easy, keine verschwitzten Rockgigs, keine Partybands, kein brechend volles Haus. Wir fahren pandemiebedingt herunter, haben ein Ersatzprogramm am Start und arbeiten auf Sicht. Seit Anfang September sind wir sozusagen im Slow-Down-Modus, der wohl noch lange andauern wird. Im Moment planen wir, dass wir mindestens bis Ende Februar 2021 unter den neuen Bedingungen arbeiten müssen, wahrscheinlich sogar länger. Allerdings gehen wir aufgrund der Meldungen in den letzten Tagen davon aus, dass wir die Serie zwischendurch eventuell auch wieder unterbrechen müssen, da es eine topaktuelle, neue „Farbenlehre“ gibt. Dazu mehr am Ende des Beitrags.

Ein Rockclub mit Maskenpflicht, Zugangsbegrenzung, Hygienemaßnahmen, Abstand und wenig Publikum - bislang undenkbar, fremd, ungewohnt und seltsam. So dachten wir bisher und so werden es viele Besucher empfinden, wenn sie davon lesen oder hören. Aber es kam doch anders als vermutet.

Mittlerweile haben wir gelernt, die Konzerte in unserem neuen "Musiktheater" sind schwer gefragt, fast alle ausverkauft. Das Publikum ist offenbar hungrig nach Live-Erlebnissen und die Musiker werden gefeiert, trotz der eigenartigen Umstände. Das ist unsere Erfahrung nach zwei Monaten und knapp 30 Shows.

Für viele Gäste ist es anfangs befremdlich, mit Maske an den Platz geführt zu werden, zu erleben, dass es im Saal sehr übersichtlich bleibt und nicht wie sonst auf die Freunde und Bekannten im Publikum für einen Plausch losstürmen zu können. Doch unsere Besucher sind durch die Bank sehr diszipliniert, halten sich an die Regeln, bleiben auf Abstand und nehmen erst am Platz ihre Masken wieder runter.

Aber sobald das Bühnenlicht angeht und die Künstler ihr Konzert beginnen, dann schwappt die bekannte, geheimnisvolle, emotionale Energie von Livemusik ziemlich schnell durch den Raum und das große Genießen beginnt. Es gibt nicht wenige Besucher, die unsere Konzerte erstmals im Sitzen erleben und das gar nicht unangenehm finden. Ist doch die Teilnahme an unseren Konzerten aufgrund unserer Hygiene- und Social Distance Maßnahmen sicherer, als manche Alltagssituationen, die unsere Besucher tagsüber erleben.

Überraschungen auch auf der Bühne: Viele Musiker fahren herunter, bieten eher ruhigere Songs, stellen ihr Repertoire um und spüren genau, dass sie besondere Events in einer besonderen Situation gestalten müssen. Beispiel gefällig? Chris Bay, Metal-Sänger kam mit astreinem Singer/Songwriter Programm, die Stones-Coverband Glitter Twins performt mit passenden Geschichten, erzählt von HR-Moderator Volker Rebell, Oliver Hartmann kommt mit Akustik-Quartett anstatt der Hardrockband.

Wir werden noch sehen, wie sich das alles anfühlen wird, was wir neu im Angebot haben: etliche Doppelshows, Überstunden somit für die Musiker, der allererste Nu-Metall-Frühschoppen unserer Clubgeschichte, Vierershows an zwei aufeinanderfolgenden Abenden, bekannte Bands in ungewohnten Besetzungen, heiße Soulshows im Sitzen, Metal ohne Stagediving, Big Bands als Little Bands. Die Musiker lassen sich beim pandemiegeerchten Slowdown einiges einfallen, die Kultur passt sich an und erfüllt ihre Kernkompetenz: sie entwickelt sich kreativ weiter.

Nicht anpassen wird sich das Virus. Covid-19 und die neue Warnampel der Politik werden die Spielverderber. Springt die Ampel auf gelb oder rot, müsst Ihr bei den Shows die Maske auflassen, bei dunkelrot (ab 7-Tage Inzidenz 100) werden wir wohl unser Programm wieder unterbrechen müssen. Es bleibt sehr spannend.

Claus Berninger, Geschäftsführer Colos-Saal

Hier noch die aktuellen Regelungen im Überblick, gültig für uns als Spielstätte in Bayern, zur Orientierung unserer Besucher:

Corona Ampel auf grün (das war hier in der Stadt Aschaffenburg bis 23.10. noch der Fall):
maximal 100 Personen im Raum, Maskenpflicht nur auf den Wegen, am Platz darf sie abgenommen werden, keine Sperrstunde

Corona Ampel auf gelb (ab 7-Tage-Inzidenz 35):
Maximal 100 Personen, Maskenpflicht auch während der Vorstellung, Sperrstunde ab 23 Uhr.

Corona Ampel auf rot (ab 7-Tage-Inzidenz 50):
Maximal 100 Personen, Maskenpflicht auch während der Vorstellung, Sperrstunde bereits ab 22 Uhr.

Und brandneu in Bayern, am 21.10.2020 erstmals von Ministerpräsident Söder verkündet, gibt es die
Corona Ampel auf dunkelrot (ab 7-Tage-Inzidenz 100): in dem Fall dürfen nur noch maximal 50 Personen in den Club und wir werden dann unser Programm wohl wieder unterbrechen und/oder Teile davon absagen müssen.

PS: Wir haben unsere wichtigsten Statusmeldungen seit Beginn des Lockdowns aus dokumentarischen Gründen hier unten stehen lassen. Wer sie chronologisch nachverfolgen möchte, sollte dann ganz unten anfangen zu lesen.

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Aschaffenburg, Anfang September 2020:

Nach fünfeinhalb Monaten Lockdown und Planungsunsicherheit haben wir seit Anfang September endlich gute Nachrichten für Euch: Es geht weiter im Colos-Saal!

Wir machen vorerst bis Ende Januar 2021 unsere sogenannten Corona-Concerts, ein neues Ersatzprogramm mit immerhin noch 54 (Stand heute) bestuhlten Veranstaltungen für (derzeit) maximal 100 Besucher – in der Praxis sind es eher nur 80, weil die Besucherzahl vom Mindestabstand abhängt, der einzuhalten ist. Unsere ursprüngliche Planung mussten wir in den Acker kicken, weil das internationale Tourneegeschehen komplett auf Eis liegt. Manche Veranstaltungen mussten wir absagen, die meisten haben wir verschoben. Als Kundenservice für Euch führen wir eine Liste unter dem Link “Hier alle Infos zu den abgesagten Konzerten“, der Euch exakt sagt, was denn nun mit all den ausgefallenen Terminen 2020 passiert ist und was für bereits gekaufte Karten jeweils gilt.

Wenn Ihr Euch nun auf www.colos-saal.de die Monate September bis Dezember anschaut, sind seit heute ausschließlich alle Ersatzveranstaltungen zu sehen, die wir unter den bestehenden Bedingungen durchführen wollen und können. Welche das sind, fassen wir hier zusammen: „Die Regeln für Hybrid- & Coronashows".

Nun werden sich viele Leute fragen, wie denn eine Spielstätte mit 15 festangestellten Mitarbeitern bei einer derart einschränkenden Genehmigung, die nur ein Sechstel der normalen Besucherkapazität zulässt, wirtschaftlich klar kommen soll? Die Antwort ist eindeutig: Das kann nicht funktionieren.

Aber unsere Situation hat sich wesentlich geändert – lange genug hat es gedauert. Am 4. September kam eine entscheidende email bei uns an. Wir erhielten einen Bescheid aus dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst über die „Gewährung von Finanzhilfen nach den Richtlinien für die Unterstützung der von der Corona-Virus-Pandemie (SARS-CoV-2) beeinträchtigten kulturellen Spielstätten“ („Spielstättenprogramm“). Premiere also in unserer 36-jährigen Firmengeschichte: Wir werden erstmals mit öffentlichen Mitteln als Kulturbetrieb unterstützt. Der Freistaat Bayern hatte nämlich nach langen Verhandlungen mit insbesondere dem VPBy (dem Verband für Popkultur in Bayern e.V. – ja den gibt es und seine beiden Geschäftsführer Bernd Schweinar und Bernd Strieder machen einen guten Job) endlich Einsehen und verstanden, dass es gerade die privatwirtschaftlich organisierte Kultur ist, die mittlerweile die meisten Kulturveranstaltungen in diesem Land organisiert, welche von der Pandemie und dem Bühnenlockdown, verbunden mit Verdienstausfall über 6 Monate, existentiell bedroht ist.

Mit anderen Worten: Es gibt ein bayerisches Spielstättenrettungsprogramm, möglicherweise sogar das beste Landesprogramm in Deutschland, das uns finanziell bis Ende des Jahres in die Lage versetzt, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. Wir erhalten somit Gelder für Personal- und Sachkosten, ohne die wir unter den gegebenen Umständen nicht wieder öffnen hätten können. Wir hoffen sehr, dass auch unsere vielen Kollegen aus den anderen Spielstätten in Bayern und anderswo in dieses Programm geraten, denn sie sind ja alle in der gleichen Lage wie wir und nur bei einem Erhalt der Spielstätten werden die Künstler auch wieder auftreten und Geld verdienen können. Ein wichtiger Baustein zur Rettung der Kultur.

Ist unsere Branche (oder der Colos-Saal) damit gerettet? Nein, dies ist eine wirksame und wichtige, aber nur temporäre Form der Förderung, die dringend in ähnlicher Weise auch für das Jahr 2021 aufgesetzt werden muss, denn gerade die Nachrichtenlage der letzten Tage über das weltweite Pandemiegeschehen zeigt deutlich, dass die Politik noch nicht ansatztweise über einen Normalbetrieb wie vor dem März 2020 ab dem kommenden Jahr nachdenkt. Unser Branchennetzwerk rechnet mittlerweile damit, dass der Ausnahmezustand und die Besucherbeschränkungen in ähnlicher Weise auch noch im neuen Jahr gelten werden.

Die Branche ist auch deshalb noch nicht gerettet, weil für die wichtigsten Akteure, nämlich die soloselbstständigen Künstler, Techniker, Agenten, Booker, Dienstleister im Kulturbereich immer noch keine vernünftige, finanzielle Kompensation seitens der Politik für ein halbes Jahr Totalausfall gefunden wurde. Der Verweis auf Hartz IV ist für diesen Personenkreis, der bislang eigentlich die Kultur am Laufen hielt und zigtausende Existenzen betrifft, weiterhin völlig unzureichend und massiv unfair. Hier ist dringend Handlungsbedarf seitens Bund und Ländern. Außerdem ist zu befürchten, dass nicht alle Spielstätten von den Förder- und Rettungsprogrammen profitieren, weil sie möglicherweise nicht die Voraussetzungen erfüllen.

Trotz dieser kritischen Anmerkungen wollen wir fair bleiben. Als uns spätestens Anfang März klar wurde, dass der Colos-Saal von Schließung bedroht ist, war das Entsetzen im Team groß. Damals hätte sich Keine/r von uns vorstellen können, dass es tatsächlich Hilfen des Staates geben wird. Weder hätten wir daran gedacht, die Mitarbeiter problemlos in die Kurzarbeit schicken zu können (gab es für unsere Branche bislang nicht), noch hätten wir von Soforthilfen des Landes oder Überbrückungshilfen des Bundes geträumt. Sechs Monate später sind wir schlauer und müssen feststellen, die Rettungsprogramme laufen endlich an und es gibt so etwas, wie eine Hoffnung für die Zukunft der Kultur – zumindest im Bundesland Bayern.

Der Colos-Saal müsste daher eigentlich unter jede Veranstaltung unseres neuen Ersatzprogramms im Rahmen der Corona-Concerts drunter schreiben: „Sponsored by Bund und Ländern.“ Oder vielmehr „... by Bund, Ländern & vielen großzügigen Spendern“, denn den lieben Menschen, die an unserer Crowd-Funding-Kampagne teilgenommen haben, ist es ebenso zu verdanken, dass unsere Firma nach einem halben Jahr ohne Umsätze und weiter laufenden Kosten immer noch nicht tief in die Verschuldung gehen musste.

Wir sind somit handlungsfähig und haben Anfang September begonnen, wieder Konzerte zu veranstalten, trotz der massiven Einschränkungen und Auflagen. Auch wenn sich viele unserer Stammgäste auf eine neue Konzertatmosphäre und sehr überschaubare Reihen, auf das Maskentragen und die Mindestabstände einlassen müssen, spüren wir, dass das Angebot dankbar vom Publikum aufgenommen wird, denn die meisten Veranstaltungen sind oder werden ausverkauft. Auch die Doppelshows, von denen wir nun etliche wegen des Andrangs anbieten, sind für uns neu und funktionieren problemlos.

Wir erzielen damit keine relevanten Einnahmen, was uns aber im Moment egal sein kann, denn die staatlichen Fördermittel kompensieren in unserem Fall bis Ende des Jahres alle Verluste. Für uns sehr wichtig ist, dass wir mit unserem Ersatzprogramm ab sofort wieder in der Lage sind, Gagen zu zahlen, auf die viele Künstler, siehe oben, derzeit dringend angewiesen sind. Denn nur wenn die überleben, überlebt auch unsere Rock-, Pop- und Jazzkultur. Traumgagen sind das natürlich nicht, aber erste Schritte zu einem wie auch immer gearteten „Neustart Kultur“ laufen nun an und der Colos-Saal versucht, mit anzuschieben.

Auch wenn wir die neue Konzertreihe hier als „Ersatzkonzerte“ bezeichnen, gehen wir unsererseits mit vollem Elan dran. Aber der Zusammenbruch des internationalen Tourneezirkus‘ hält an, richtige Tourneen gibt es noch keine, ordentliche Gagen sind nicht zu erzielen, größere Produktionen sind undenkbar, viele Musikprojekte liegen auf Eis. Ein Booking, wie noch bis März, ist derzeit unmöglich und wir werden vorerst überwiegend programmlich improvisieren, wovon sicher auch die regionale Musikerszene mehr als bisher profitieren wird. Trotzdem haben wir mit der Schweizer Band des Bluesstars Philipp Fankhauser, der serbischen Gitarristin Ana Popovic und dem britischen Sänger Ray Wilson schon wieder die ersten internationalen Künstler im Angebot. In groben Zügen steht das Programm nun, es werden aber auch noch weitere Konzerte dazu kommen.

Was wir versprechen können: Das Colos-Saal-Team wird diese Veranstaltungen mit gewohnter Leidenschaft und vollem Engagement durchziehen, denn Konzerte sind unsere Passion. Wir werden es dem Publikum sowie den Künstlern so schön wie möglich machen und zumindest in einem Punkt den „Normalzustand“ wieder herstellen: Klang und Licht sowie natürlich das Können der Musiker werden für atmosphärisch dichte und emotionale Erlebnisse sorgen. Bei der Übersichtlichkeit im Club und unseren Hygienemaßnahmen muss auch kein Besucher Angst vor einer Infektionsgefahr bei uns haben, denn wir halten die vorgegebenen Regeln strikt ein und tricksen nicht. Herzlichen Dank im Voraus allen Besuchern, die ebenfalls die neuen Spielregen beachten.

Wie es im neuen Jahr weiter gehen wird, können wir noch nicht sagen. Aber wir halten Euch auf dem Laufenden.

Claus Berninger
für das Colos-Saal-Team

PS: Wir haben unsere wichtigsten Statusmeldungen seit Beginn des Lockdowns aus dokumentarischen Gründen hier unten stehen lassen. Wer sie chronologisch nachverfolgen möchte, sollte dann ganz unten anfangen zu lesen.

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Hier könnt Ihr unsere Statusmeldung von Ende August nachlesen:

Unser Kommentar dazu:

Knallhart und knochentrocken weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass trotz dieser colos-saalen Miniaturplanung und trotz gewissenhafter Organisation unsererseits alles auch schief gehen kann, denn nach wie vor bestimmen das politische Handeln und das Ringen um die richtige Strategie der Pandemiebekämpfung das Schicksal der Konzertbranche und damit auch unsere Zukunft.

Wirtschaftlich wäre es eindeutig sinnhafter, wir würden den Colos-Saal geschlossen halten, denn unsere Firma mit 15 Festangestellten kann mit diesen „Lockerungen“, die nach viereinhalbmonatiger Zwangspause nun gewährt werden, keinen Cent verdienen, wie ich sicher nicht näher erklären muss. Diese 8 Konzerte werden bezuschusst, wenn wir Pech haben entweder aus unseren eigenen Mitteln, oder von Bund und Land, wenn die angekündigten Hilfsprogramm denn irgendwann auch tatsächlich greifen.
Ohne eine öffentliche Spielstättenförderung privatwirtschaftlich geführter Betriebe wird nämlich nach diesem historisch nie dagewesenen Lockdown gar nichts mehr gehen, nicht nur bei uns, sondern in der kompletten Konzertbranche. Lasst mich exemplarisch am Colos-Saal erklären, was hinter den Kulissen vorgeht. Doch vorab: Warum machen wir diese Konzerte, obwohl sie sich nicht rechnen?

Das Wichtigste ist, Euch ein Lebenszeichen zu geben. Der Colos-Saal existiert und das komplette, festangestellte Team ist noch an Bord. Das ist das Signal. Wir beenden für Euch und für uns den Stillstand und versuchen soviel Programm zu retten, wie möglich. Wir fühlen uns auch insbesondere den vielen Spendern und Musikfreunden unter Euch verpflichtet, die uns geholfen haben, überhaupt so langewirtschaftlich durchzuhalten. Außerdem kennen wir die Not der Künstler und können wenigstens einigen zu Auftritten und Gagen verhelfen. Und nicht zuletzt ist das Bayerische Spielstätten-Rettungsprogramm auch so zu verstehen, dass nur diejenigen Venues berücksichtigt werden, die den Betrieb wieder aufnehmen, auch wenn das bei unserer Größenordnung bedeutet, weitere Verluste in Kauf zu nehmen. Absurd, oder?

Etwa 24 Konzerte plus drei Parties waren im September 2020 bei uns geplant, zum Großteil bereits im Vorverkauf. Ein tiefer Blick auf colos-saal.de zeigt Euch ja deutlich, dass die meisten Veranstaltungen mittlerweile verschoben, manche sogar komplett abgesagt wurden. Ursächlich daran ist vor allen Dingen, dass es keine langfristige Perspektive der Politik für die Veranstaltungsbranche und somit keinerlei Planungssicherheit gibt. Im Gegenteil, seit Mitte März wurde unsere Branche alle vierzehn Tage mit weiteren Verlängerungen der Verbote oder neuerdings mit unpraktikablen „Lockerungen“ versehen und verunsichert, die auch noch in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich ausfallen.

Nur damit ich richtig verstanden werde: Unser Team hat volles Verständnis dafür, dass wir es weltweit mit einem lebensgefährlichen Virus zu tun haben und wir akzeptieren die Tatsache, dass große, dichte Menschenansammlungen, die bei Konzerten aus unseren Genres nunmal entstehen, im Moment noch nicht denkbar sind. Wir wollen auf keinen Fall für ein zweites Ischgl verantwortlich sein. Was wir überhaupt nicht verstehen ist die Tatsache, dass die Politik nach 5 Monaten immer noch nicht eindeutig sagt, dass es 2020 nichts mehr wird mit normalem Konzertbetrieb, so wie wir ihn aus der Zeit vor dem März dieses Jahres kennen. Sie gibt auch keine Zielmarke beispielsweise für 2021 vor, ab der es wieder zum Regelbetrieb kommen könnte. Damit werden sämtliche Spielstätten und Künstler völlig verunsichert genau so, wie die Millionen von Konzertbesuchern in unserem Land, von denen sich die meisten bereits mit Tickets für 2020 vor dem Lockdown eingedeckt haben.

Bald ein halbes Jahr dauert diese Unsicherheit nun an und es ist absehbar, dass das Ende noch lange nicht in Sicht ist. Die Folgen davon werden Tag für Tag komplexer. Als da sind: Tourneen internationaler Künstler werden alle abgesagt, weil es neben den Veranstaltungsverboten auch Reiseverbote und unterschiedliche Quarantänebestimmungen in den einzelnen Staaten, mittlerweile auch in den deutschen Bundesstaaten gibt. Selbstverständlich wollen alle Beteiligten die Konzerte nachholen und suchen nach Ausweichterminen in 2021, obwohl Niemand so genau wissen kann, ab wann welche neuen Lockerungen gelten oder ein Normalbetrieb wieder denkbar sein wird. Weltweit wird daher ins Blaue geplant, ziemlich verzweifelt, denn der Konzertbranche geht finanziell die Luft aus – etliche Beteiligte haben bereits aufgegeben oder insolvent.

Auch alle deutschen Acts haben nach und nach den Glauben verloren und die Flucht ergriffen, ihre Tourneen verschoben, einige Tourneen ersatzlos abgesagt. Alle gut verkauften Konzerte können trotz Lockerungen nicht stattfinden, weil es die massiven Kapazitätseinschränkungen gibt und die Bands erhebliche Verluste statt Einnahmen durch die Tourneen fürchten. Im Colos-Saal mussten wir sogar alle besonders gut verkauften Shows absagen, weil wir die Kartenbesitzer aufgrund der Kapazitätseinschränkungen ja gar alle nicht einlassen könnten. Am Ende hätten wir Veranstalter im Nachhinein entscheiden müssen, wer von den Kartenkäufern rein darf und wer draußen bleiben muss und sein Geld zurück erhält. Undenkbar!

Natürlich mussten auch alle Veranstaltungen ausfallen, die sich aufgrund der eingeschränkten Einnahmemöglichkeiten für die Künstler und ihren Aufwand nicht rechnen – aufwendige Tourneeproduktionen bleiben daher zuhause. Mit anderen Worten: Unwägbarkeit, Unplanbarkeit, Unsicherheit allerorten – kein Ende in Sicht.

Auch wenn ich mich wiederhole: Es ist für mich absolut absurd, dass die Politik sich nicht ein Stück weit ehrlich macht und es nun schon Monate unterlässt, klar zu erklären, dass es so etwas, wie einen normalen Konzertbetrieb dieses Jahr und möglicherweise auch 2021 nicht mehr geben wird. Angesichts der Lage wird es nämlich darauf hinaus laufen. Ich persönlich hatte das bereits öffentlich Ende April vorausgesagt. Damit wäre zumindest eine klare Planungssituation für den Rest des Jahres gegeben gewesen. Wir tappen aber weiterhin alle im Dunklen und haben keinerlei Sicherheit. Aber vielleicht scheuen Merkel, Söder und Co. die Konsequenzen, denn zigtausend Arbeitsplätze und hunderte Betriebe im Veranstaltungsgewerbe sind gefährdet und wenn die Kultur in diesem Land nicht einen irreparablen Schaden erleiden soll, müssen zwingend und schnell finanzielle Hilfen bzw. Rettungsprogramme kommen und nicht nur angekündigt werden.

Da sind nun einige in Sicht, aber die Verfahren laufen erst an, sind kompliziert, finanziell gedeckelt, kommen für etliche Teilnehmer jetzt schon zu spät und noch gibt es keine Erfahrungen, ob sie denn auch bei den Richtigen ankommen. Das Hilfsprogramm aus dem Bundeswirtschaftsministerium scheint für unsere Branche zu kurz angesetzt zu sein, denn es gilt nur für Juni bis August. Das bayerische Programm ist da ein Stück weit ehrlicher, denn es signalisiert Unterstützung für die Monate Juli bis Dezember(sic!). Söder und Co. wissen also mehr. Bei der Vielzahl der Betroffenen scheint es mir allerdings erheblich unterfinanziert und das Windhundprinzip wird zeigen, dass da etliche leer ausgehen werden. Zwei weitere Hilfsprogramm, die für die Kultur signalisiert wurden, sind heut noch nicht einmal so weit, dass es dafür Antragsverfahren gibt. Alles offen somit. Die Spannung will nicht aufhören.

Meine Prognose: Auch 2021 wird es massive Einschränkungen des Normalbetriebs in der Kultur geben und somit kommt es entweder zur völligen Vernichtung der Branche und ihrer Arbeitsplätze, oder es gibt weitere Milliarden Hilfsgelder aus der staatlichen Gelddruckerei. Alles andere ist mittlerweile eine Illussion.

Trotz dieses ungeschönten Lageberichts aus dem Colos-Saal sind wir froh, wenigstens für zwei Monate einen Plan zu haben und freuen uns sowohl auf die Künstler, als auch auf das Publikum im September und Oktober. Was den Rest des irren Konzertjahres 2020 angeht, müssen wir Euch weiterhin um Geduld bitten, denn noch wissen wir es nicht so genau. Aber wir werden Euch über unsere Kanäle rechtzeitig informieren.

Claus Berninger
für das Colos-Team

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Um das Geschehen im Colos-Saal seit März 2020 zu dokumentieren, lassen wir hier noch unsere älteren Meldungen seit Beginn des Lockdown zum Nachlesen stehen. Am besten, Ihr lest sie bei Interesse von unten nach oben.

Aschaffenburg, 24. Mai 2020: Nach 70 Tagen Lockdown, vom Virus und der Politik erzwungen, hat der Colos-Saal nun die Nase voll und entscheidet selbst: Der Club bleibt bis zum 31.8.2020 definitiv geschlossen. Alle geplanten Konzerte für Frühjahr und Sommer sind verschoben oder komplett abgesagt. Mehr als 70 Veranstaltungen sind bislang ausgefallen. Etwa 50 weitere waren im Sommer bis Ende August noch geplant. Wir haben aber nach wie vor keine Rechtssicherheit bezüglich der Frage, wann wir denn die Arbeit wieder aufnehmen können und werden sie auch in absehbarer Zeit nicht erhalten. Daher steigen wir vorerst aus, machen eine Pause und warten die weitere Entwicklung ab.

Aber gestattet uns einen (langen) Kommentar zu dieser Situation:
Es macht einfach keinen Sinn mehr, alle 14 Tage auf die nächste Pressekonferenz in Berlin oder München zu warten, in der unerfüllten Hoffnung auf eine maßgebliche Ansage, wie es denn in der Konzertbranche weiter gehen soll, denn am Tag danach konnten wir jedes Mal wieder die nächsten zwei Wochen des Programms absagen. Es gibt für die Clubs keinen wirklichen Plan der Politik, die weiterhin nur auf Sicht fährt und sich über Lockerungen ziemlich uneinig ist.

Wie simpel wäre das Leben, wenn man ein aluhuttragender Coronaleugner wäre? Man könnte heftig auf „die da oben“ eindreschen, scharf gegen alle Einschränkungen des öffentlichen Lebens protestieren, gegen das Herunterfahren der Wirtschaft auf die Straße gehen und richtig Dampf ablassen, dabei jede Menge Schuldige anklagen. Aber so einfach ist das ja alles nicht. Das Virus ist nicht verschwunden, sondern bleibt gefährlich. Kein Wunder, dass Kanzleramt und die Ministerpräsidenten herumeiern und –irren. Keine/r will die Verantwortung für ein weiteres Ischgl tragen.

Einzelne Bundesländer signalisieren sogenannte Lockerungen für die Kultur. In Hessen können seit dem 9. Mai Theater, Opern- und Konzerthäuser wieder öffnen, ab 30. Mai auch die Kinos. In Mecklenburg-Vorpommern sind seit 11. Mai Galerien, Ausstellungen, Museen und Gedenkstätten wieder zugänglich. In Rheinland-Pfalz dürfen ab Ende Juni Veranstaltungen mit bis zu 150 Personen stattfinden - selbstverständlich alles unter dem Vorbehalt von Hygienemaßnahmen, Erfassung der Teilnehmer und Einhaltung der Abstandsregeln. Der thüringische Ministerpräsident will sogar ab 6. Juni sämtliche Coronabeschränkungen aufheben. Bayern blockt dafür komplett, öffnet vorerst nur Biergärten und Gaststätten. Welch ein heilloses Durcheinander!

In der Welt der geförderten Kultur, in den Museen, Theatern und Opernhäusern wird tatsächlich ernsthaft darüber nachgedacht, den Betrieb unter Beachtung aller Einschränkungen wieder aufzunehmen und dabei die meisten Plätze freizulassen, um die Abstandsregeln hinzukriegen. In der privatwirtschaftlich organisierten Kulturwelt aber, zu der der Colos-Saal und hunderte andere Live-Music-Clubs, aber auch etliche Kabarett- und Kleinkunstbühnen gehören, wäre das finanzieller Selbstmord, ganz abgesehen von der Frage, wovon die zigtausend Künstler und Veranstaltungstechniker überhaupt noch leben könnten, die auf die Spielstätten als temporäre Arbeitsplätze angewiesen sind, wenn es aus Live-Veranstaltungen nichts mehr zu verteilen gäbe. Immerhin ist gerade den Musikern der Tonträgermarkt durch Streaming Dienste bereits vor Jahren zusammengebrochen, was nur durch Tourneen und mehr Konzerte kompensierbar war.

Aber viel wichtiger noch ist die Frage: Geht das überhaupt? Rock und Pop unter Hygienemaßnahmen, mit Mundschutz und Abstandsregeln? Wer kann sich diesen Cultural Clash denn ernsthaft vorstellen? Diese beiden Genres verbinden die Menschen und führen zu emotionalen Gemeinschaftserlebnissen. Wir kommen zusammen, um Musik sinnlich zu erleben, wir bewegen uns, tanzen, rocken ab. Wir feiern die Musik und die Künstler gemeinsam, wir reagieren mit unseren Körpern auf Lautstärke und Dynamik, im besten Fall werden wir im Publikum für ein paar Stunden zu einer einzigen Woge der Gemeinschaft. Wir treffen uns mit Freunden und Gleichgesinnten auf den Konzerten, gehen gemeinsam aus, wollen Menschen kennenlernen. Wir bringen Menschen zusammen und gerade die Live-Clubs (aber auch die Diskotheken und Bars) existieren überwiegend genau zum gegenteiligen Zweck, nämlich eigentlich um die derzeit propagierte Social Distance zu überwinden.

Körperliche Nähe von Menschen und durchfeierte Nächte sind ja nicht nur Begleiterscheinung, sondern eigentlich Quintessenz des popkulturellen Nachtlebens. In einem gemeinsamen offenen Brief formulieren die Betreiber von über 30 Musikclubs in Deutschland es folgendermaßen: Clubs seien "kollaborativ gestaltete Räume konkreter Körperlichkeit", die im Rahmen von Veranstaltungen mit musikalischen Programmen bespielt werden. Der sozio-kulturelle Habitus, das gemeinsame Tanzen und Feiern sowie die Kommunikation in diesen geschlossenen Räumen würden bei Einhaltung der behördlichen Verordnungen fehlen und den Veranstaltungen damit den Reiz nehmen. Auch Konzerte leben von Nähe und dem gemeinsamen Erleben des Bühnengeschehens. „Außerdem ist das Spielen eines Konzertes oder einer Show mit Abstandsregeln für Künstlerinnen und Künstler auf der Bühne kaum durchführbar."

Nein, so funktioniert das alles nicht, denn es passt nicht zusammen. Rock `n`Roll vor leeren Reihen unter sterilen Bedingungen ohne Körperkontakt ist für das Colos-Saal-Team auf Dauer nicht vorstellbar. Es wäre das Gegenteil dessen, weshalb wir alle unsere beruflichen Leidenschaften im Musikzirkus gefunden haben. Ein packendes, ergreifendes und emotionales Konzerterlebnis ist für die meisten unserer Programminhalte essentiell und unabdingbar für die Art Kultur, die wir mit dem Colos-Saal repräsentieren.
Es funktioniert so nicht und es darf andererseits aber auch nicht passieren, dass die Konzertereignisse zu gefährlichen Infektionsherden werden. Ein Widerspruch, der für uns derzeit nicht lösbar ist. Wir würden nichts lieber, als sofort wieder weiter arbeiten. Aber sowohl die Eigenverantwortung als auch die politischen Reglementierungen verbieten es uns. Es bleibt vorerst nur der Wartezustand.

Wir sorgen mit dieser Entscheidung, bis Ende August zu pausieren, für Klarheit bei unseren Besuchern und für eine Pause angesichts des chaotischen Zustands, in dem sich die komplette Konzertbranche derzeit befindet. Hinter den Kulissen geht es rund. Bereits Anfang März war die Unsicherheit aller Beteiligten sehr groß, als die einzelnen Bundesländer urplötzlich größere Veranstaltungen unterbanden, kleinere aber noch zuließen. Das war für die bekannteren Acts bereits der Todesstoß für ihre Tourneen, sofern sie sowohl in größeren Hallen als auch in Clubs spielten, denn ihre Konzertreisen, monatelang vorgeplant und mit etlichen Vorschüssen an Arbeit und Geld vorbereitet, gingen auf einmal nicht mehr auf.

Gleichzeitig machten etliche Länder nach und nach ihre Grenzen dicht und die international tourenden Acts kamen überhaupt nicht mehr an ihren Spielorten an. Bayern veröffentlichte am 16. März die Allgemeinverfügung, die sämtliche Veranstaltungen verhinderte. In ganz Deutschland wurde versucht, noch anstehende Tourneen und Konzerte zu retten, in dem man sie aus dem März und April in den Sommer legte und sämtliche Konzerttermine verschob. Die Spielstätten hatten urplötzlich keine Einnahmen mehr bei weiter laufenden Kosten, mussten schließen und hatten trotzdem massiv viel Arbeit mit der Terminumplanung und den entsprechenden Informationen an Kartenkäufer und Medien. Die großen Ticketsysteme kamen spätestens mit der Absage aller Festivals überhaupt nicht mehr nach und setzen möglicherweise mangels Liquidität auf die Gutscheinlösung. Künstler, Techniker, Produktionsfirmen, Bühnenbauer, Agenturen, Konzertveranstalter haben keinerlei Einnahmen mehr, dafür umso mehr Rückzahlungspflichten wegen der Ausfälle. Erste Insolvenzen gab es schon, weitere werden folgen.

Gab es im März und April noch die Hoffnung der Branche, wenigstens im Sommer irgendwie weiter machen zu können, platzt diese Illusion von Woche zu Woche erneut in Endlosschleife und mittlerweile werden Veranstaltungen bereits zum zweiten und dritten Mal verschoben. Wer noch Hoffnung hat, verschiebt vom Sommer auf Herbst und Winter 2020. Viele Teilnehmer trauen diesem Jahr aber gar nicht mehr und suchen Ihr Glück in der Flucht ins kommende Jahr. Ein Blindflug ohne Orientierung der gesamten Konzertbranche nach dem Prinzip Glaube und Hoffnung.

Nun ist das Konzertgewerbe ein Zweig, der eigentlich von akribischer Vorplanung lebt. Monate, manchmal Jahre im Voraus werden Spielstätten gebucht, wird investiert, wird Werbung geschaltet, wird Personal angeheuert, wird Geld ausgegeben, wird Erwartung geschürt, werden Karten verkauft. Aber es gibt nun mal seit 10 Wochen keine funktionierende Planung mehr, weil alle in einem Zustand der Rechtsunsicherheit arbeiten müssen. Außerdem sind die Fans ja nicht doof. Im ganzen Land wird berichtet, dass es fast gar keine Ticketverkäufe mehr gibt. Die Millionen potentieller Besucher der Events sind genau so verunsichert, einerseits wegen der Frage, ob man in nächster Zukunft überhaupt ohne Gefahr für die Gesundheit Veranstaltungen besuchen kann, andererseits darüber, ob angekündigte Ereignisse der nächsten Monate denn überhaupt stattfinden werden oder ob der jeweilige Veranstalter seine angekündigten Events überhaupt noch finanzieren und realisieren kann.

Eine Branche mit zigtausenden Beschäftigten wird realistisch gesehen mindestens ein halbes Jahr aussetzen müssen, bundesweite Tourneen wird es vorerst nicht geben, internationale sind aufgrund der unterschiedlichen Reisebedingungen in den einzelnen Staaten nicht organisierbar. Viele Akteure der Szene befürchten sogar, dass es noch wesentlich länger dauern wird. Manche bangen, in 2020 gar keine Konzerte mehr zu erleben können. Alle wissen, dass der Wiedereinstieg ins Veranstaltungsgeschehen in weiter Ferne liegt und sehr mühsam werden wird. Alle wissen, dass ein großer Teil der Branche das nicht überleben wird. Alle wissen, dass es hinterher viele Spielstätten nicht mehr geben wird. Hat es solch einen Blackout, eine solch lange Zwangspause in einer anderen Branche schon mal gegeben?

Der Colos-Saal zieht nun die Reißleine und richtet sich auf einen langen Break ein. In dieser Gemengelage ist seriöse Planung nicht mehr leistbar. Wir können nicht irgendwann im Sommer einfach öffnen, denn unser Programm ist wie oben beschrieben zusammengeschmolzen wie Eis in der Sonne und das potentielle Publikum ist stark verunsichert. Wir brauchen Planungsvorlauf zur Wiedereröffnung, ein klares Datum, werden es aber so schnell nicht kriegen.

In der Coronakrise haben viele Menschen täglich dazu gelernt und mittlerweile haben sie auch gelernt, dass bislang Undenkbares ganz schnell passieren kann – das Herunterfahren des kompletten öffentlichen Lebens, der Wirtschaft und der Bildungseinrichtungen, das Vorhandensein bislang ungeahnter Milliardenreserven des Staates, das Tragen von Gesichtsmasken als Normalzustand, Verschwörungstheorien als alternative Fakten, um ein paar Beispiele zu nennen.

Vielleicht lernen wir als Gesellschaft im kommenden Sommer weiterhin so schnell dazu und finden einen Weg, besser nicht in eine neue Normalität, sondern zurück in ein Leben in Gemeinschaft - ohne soziale Distanz als erklärtes Allheilmittel. Nur dann werden Rock und Pop auch wieder auf die Bühnen zurückkehren. Der Colos-Saal hat vor, seinen Stillstand ab September zu beenden und wieder Programm anzubieten. Ob es auch durchgeführt werden kann, können wir derzeit nicht garantieren.

Claus Berninger für das Colos-Saal-Team

PS: Online bleiben wir natürlich weiterhin am Ball und melden uns gelegentlich zu Wort – außerdem bereiten wir einige Konzertstreams vor.

PPS: Mittlerweile ist es Anfang August und die Situation hat sich noch nicht verändert.

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Folgenden Artikel hatten wir seit 24. April bis zum 25. Mai hier an dieser Stelle stehen. Wie Ihr seht ist über ein Monat vergangen, ohne dass sich unsere Situatuon in irgendeiner Weise verändert hat.

Konzerte im Chaos - ein Statement zur aktuellen Situation

Da sitzt er da, der Autor dieser Zeilen und schaut aufs Kalenderblatt. Das zeigt den 24. April 2020 und kein Mensch in diesem Land weiß heute, wie es mit der Musik- und Kulturszene insgesamt weitergehen soll. Das führt zu der absurden Situation, dass wir hier noch ein Mai- bzw. Sommerprogramm online haben, von dem wir aber wissen, dass es mit ziemlicher Sicherheit nicht stattfinden wird.

Warum? Seit 16. April schwirrt das Wort „Großveranstaltungen“ durch die Medien und durchs Netz. Die sind nämlich laut Bundesregierung bis 31. August dieses Jahres verboten. Während in den Tagen danach die fieberhafte Debatte in der Szene ausbrach, was dieses ominöse Wort denn nun hinsichtlich der erlaubten Besucherzahlen bedeutet, hagelte es gleichzeitig die Absagen aller europäischen Musikfestivals, die nun wussten, was auf sie zukommen wird.

Für alle kleineren Venues, von den Kleinkunstbühnen bis hin zu den Musikclubs, gibt es bislang keinerlei Aussage, was sie denn nun ab 25. Mai können, sollen, dürfen, müssen, wenn wie seit gestern bekannt, Restaurants wieder öffnen dürfen. Nichts! Völlige Unklarheit, keine gesetzliche Regelung, keine Planungssicherheit, denn Clubs und Spielstätten müssen auch darüberhinaus geschlossen bleiben. Die Regierung schiebt die Verantwortung seither auf die einzelnen Bundesländer, die entscheiden sollen. Aber da kommt nichts außer etlichen, praxis- und weltfremden Ideen. Vertreter aus den Bundesländern spekulieren locker und leicht vor sich hin, ob die Schmerzgrenze für „Großveranstaltungen“ möglicherweise bei 1000, bei  500, bei 100 oder sogar bei 50 Besuchern beginnt. Außerdem habe ich zunehmend den Eindruck, dass sich in dieser Frage kein Politiker festlegen will, denn der Proteststurm der Kulturwelt wird gewaltig sein, wenn das eintritt, was nicht nur ich befürchte. Es droht ein gewaltiges Bühnensterben mit ebenso gewaltigem Kulturverlust in unserem Land.

Das Virus wütet weiter. Wir müssen weiter social distance halten. In den letzten Tagen reden führende Politiker von der „neuen Normalität“, auf die wir uns einstellen müssen, so als hätte man eine gemeinsame Sprachregelung. Und nun denkt der Claus halt mal laut nach und sagt sich, wenn es um die Ansteckungsgefahren geht, dann lässt es sich doch gar nicht verleugnen, dass man in einer Spielstätte wie dem Colos-Saal schon mit 150 Besuchern keinen Mindestabstand mehr halten kann, währenddessen sich das in einer großen Stadthalle vielleicht sogar noch mit 600 Besuchern sogar ohne Infektionsgefahr darstellen ließe.

Das wird irgendwann auch den Regierenden in Bayern und Berlin aufgehen, je mehr sie darüber nachdenken. Daher wäre es ziemlich schwachsinnig, Besucherzahlen für das ganze Bundesland als Maßstab für Veranstaltungsgenehmigungen auszugeben. Es wird früher oder später individuelle Regelungen für die einzelnen Spielstätten geben und da ich nicht blauäugig bin, weiß ich, dass der Colos-Saal sicher bei den Verboten dabei sein wird, die für Großveranstaltungen gelten, so klein wir auch im Vergleich sind.

Ich weiß es, das Colos-Saal-Team weiß es und die komplette Branche befürchtet es, sind doch jetzt schon Konzerttermine aus März und April, die ausfallen mussten, offiziell in den Juni und Juli verschoben, während hinter den Kulissen bereits zweite Ausweichtermine für die gleichen Bands im neuen Jahr gesucht werden, weil einfach nichts mehr sicher planbar ist. Das Konzertbusiness im totalen Chaos eben, den Kleinkunstbühnen geht es nicht viel besser.

Daher: habt bitte viel Geduld mit dem Colos-Saal. Wir können an dieser Situation derzeit nichts ändern. Die Newsmeldung „Corona Virus und die Folgen: Programmänderungen“ auf dieser Seite ist für alle, die bereits Karten für Veranstaltungen haben, die ausfallen mussten oder noch ausfallen werden, im Moment die wichtigste Quelle, um zu erfahren, was für die jeweilige Veranstaltung gilt.

Die Veranstaltungsverbote in Bayern gelten derzeit nur bis einschließlich 25. Mai. Was danach auf uns alle zukommt, ist derzeit völlig unklar.

Was aber klar ist: Die Politiker werden für die privat geführten Kulturbühnen unbedingt noch ein Sonderprogramm zur Rettung entwickeln müssen. Selbst die bestens geführten Unternehmen der Branche werden es nicht schaffen, ein halbes Jahr oder noch länger ohne jeglichen Einnahmen auszukommen.

Claus Berninger, Geschäftsführer Colos-Saal

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